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Wie lange dauert eine Lasergravur?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Wer Ihnen ohne Kenntnis des Bauteils, des Werkstoffs und der Anforderungen eine feste Minutenangabe nennt, rechnet ins Blaue.

Die Bearbeitungszeit hängt von mehreren Faktoren ab: Welches Verfahren wird eingesetzt? Wie groß ist die Gravurfläche? Wie tief soll der Laser in den Werkstoff eindringen? Und welche Qualität ist erforderlich?

Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Einflussfaktoren – auf Basis technischer Parameterwerte aus der Praxis. Die Tabellen weiter unten dienen als technische Orientierung und sind keine Zusagen zu konkreten Bearbeitungszeiten.

Laserbeschriftung oder Lasergravur – ein Unterschied, der Zeit kostet

Für eine realistische Zeiteinschätzung ist zunächst eine Unterscheidung wichtig: Laserbeschriftung und Lasergravur sind nicht dasselbe.

Bei der Laserbeschriftung verändert der Laser die Werkstoffoberfläche oder trägt eine sehr dünne Schicht ab. Das Verfahren greift weniger tief in den Werkstoff ein. Typische Anwendungen sind Anlassbeschriftungen auf Stahl, Abtragsbeschriftungen auf eloxierten oder lackierten Oberflächen und Beschriftungen auf geeigneten Kunststoffen. Laserbeschriftungen sind in der Regel schneller – und für die meisten industriellen Kennzeichnungsaufgaben ausreichend.

Bei der Lasergravur wird gezielt Material bis zu einer definierten Tiefe abgetragen. Das erfordert mehrere Laserdurchgänge und entsprechend mehr Bearbeitungszeit. Standardgravuren auf Metall liegen üblicherweise im Bereich von 75 bis 125 µm Tiefe. Tiefengravuren – etwa für mechanisch belastbare oder tastbare Markierungen – können 200 µm und mehr erreichen. Bei Stahl sind je nach Bauteil, Werkstoff, Geometrie und Anforderung auch Tiefengravuren bis etwa 0,5 mm möglich.

Für Seriennummern, QR-Codes, Barcodes oder Typenschilder, die nicht mechanisch beansprucht werden, reicht häufig eine Laserbeschriftung aus. Wenn die Kennzeichnung dauerhaft sichtbar bleiben muss – auch bei Verschleiß, Reinigung oder Beschichtung – ist eine Lasergravur die richtige Wahl.

Diese Faktoren bestimmen die Bearbeitungszeit

Werkstoff und Oberfläche

Verschiedene Werkstoffe reagieren unterschiedlich auf Laserenergie. Stahl, Edelstahl, Aluminium, Titan, Messing und beschichtete Oberflächen haben unterschiedliche Absorptionsgrade. Gehärteter Stahl stellt andere Anforderungen als weicher Baustahl. Eloxiertes Aluminium verhält sich anders als blankes Aluminium.

Je dichter und härter der Werkstoff, desto mehr Energie und Laserdurchgänge sind erforderlich – und desto länger dauert die Bearbeitung.

Größe der Gravurfläche

Die zu gravierende Fläche hat direkten Einfluss auf die Bearbeitungszeit. Ein Bauteilkennzeichen mit 5×5 mm ist in Sekunden fertig. Ein Logo oder ein vollständiger Datensatz auf einem Typenschild mit 50×30 mm dauert entsprechend länger. Bei Serienprodukten multipliziert sich die Einzelzeit mit der Stückzahl.

Detailgrad, Schriftart und Motivkomplexität

Feine Linien, kleine Schriftgrade und komplexe Motive erfordern engere Fülllinienabstände und mehr Durchgänge. Ein einfacher Zeilentext in einer Standardschrift lässt sich schneller gravieren als ein Logo mit vielen Feinheiten. Ein Datamatrix-Code oder QR-Code ist flächig angelegt und erfordert mehr Bearbeitungszeit als eine reine Konturlinie.

Gravurtiefe und Qualitätsanforderungen

Wie tief soll graviert werden – und wie eng sind die Toleranzanforderungen? Das ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren. Dafür gibt es zwei grundlegende Ansätze.

Zeitoptimiert oder qualitätsoptimiert – zwei Ansätze, ein Ergebnis

Die Bearbeitungszeit lässt sich durch die Wahl der Laserparameter beeinflussen. Beide folgenden Ansätze führen zu einer Gravurtiefe von 200 µm – aber mit unterschiedlichem Zeit- und Qualitätsergebnis.

Die Tabellen zeigen Beispielwerte aus dem Praxisbetrieb und dienen als technische Orientierung. Die tatsächliche Bearbeitungszeit kann je nach Werkstoff, Bauteil, Geometrie, Oberfläche, Gravurtiefe und Qualitätsanforderung deutlich abweichen.

Parameter der zeitoptimierten Gravur

Beim zeitoptimierten Ansatz werden die Parameter so gewählt, dass die gewünschte Gravurtiefe in möglichst wenigen Durchgängen erreicht wird. Das Ergebnis ist schneller, aber weniger maßhaltig.

Beispiel: Tiefengravur 200 µm auf Metall, Fläche 5×5 mm

ParameterWert
Leistung100 %
Geschwindigkeit250 mm/s
Frequenz60 kHz
Pulsdauer200 ns
FokusIm Fokus
Fülllinien-Abstand0,03 mm (bidirektional)
Durchgänge32
Gravierzeit (Beispiel)ca. 112 Sekunden (ca. 1,8 Minuten)

Ergebnis: Die tatsächliche Gravurtiefe schwankt im Beispiel zwischen ca. 200 und 240 µm. Es entsteht ein Aufwurf von ca. 100 µm am Rand der Gravur.

Dieser Ansatz eignet sich, wenn die Bearbeitungsgeschwindigkeit Vorrang hat und enge Toleranzen nicht erforderlich sind.

Parameter der qualitätsoptimierten Gravur

Beim qualitätsoptimierten Ansatz werden mehr Durchgänge mit höherer Scangeschwindigkeit und geringerer Energiedichte pro Durchgang verwendet. Das dauert länger, liefert aber maßhaltigere und gleichmäßigere Ergebnisse.

Beispiel: Tiefengravur 200 µm auf Metall, Fläche 5×5 mm

ParameterWert
Leistung100 %
Geschwindigkeit900 mm/s
Frequenz180 kHz
Pulsdauer200 ns
FokusIm Fokus
Fülllinien-Abstand0,03 mm (bidirektional)
Durchgänge450
Gravierzeit (Beispiel)ca. 375 Sekunden (ca. 6,25 Minuten)

Ergebnis: Die Gravurtiefe schwankt im Beispiel nur noch zwischen ca. 200 und 220 µm. Der Aufwurf ist deutlich geringer, die Gravurfläche gleichmäßiger.

Dieser Ansatz ist sinnvoll für Anwendungen mit engen Toleranzanforderungen – etwa wenn die Lesbarkeit von Codes, die Haptik von Typenschildern oder die Maßhaltigkeit eine wichtige Rolle spielt.

Einzelteil oder Serie – was bedeutet das für die Kalkulation?

Die reine Laserzeit ist nur ein Teil der Gesamtbearbeitungszeit. Hinzu kommen Rüst- und Einstellzeit: Bauteil aufspannen, Parameter festlegen, Ergebnis prüfen. Bei Einzelteilen macht dieser Anteil oft mehr aus als die Gravierzeit selbst.

Bei Serien ändert sich das Verhältnis. Der Rüstaufwand entsteht einmalig – danach läuft die Serienfertigung wirtschaftlich effizient. Ob es sich um Typenschilder, Bauteilkennzeichnungen, Seriennummern, QR-Codes oder Logos handelt: Ab einer bestimmten Stückzahl amortisiert sich der Einrichtungsaufwand schnell.

LATEC Lasertechnik bearbeitet seit 2003 Einzelteile und Serien – vom Einzelteil bis zur Serie – für technische Bauteile aus Industrie, Handwerk und Gewerbe. Kontaktlos, materialschonend und dauerhaft.

FAQ – Häufige Fragen zur Dauer einer Lasergravur

Wie lange dauert eine Lasergravur für ein Typenschild?

Das hängt von Größe, Inhalt und Anforderungen ab. Ein einfaches Typenschild mit Seriennummer und Logo kann in wenigen Sekunden bis unter einer Minute beschriftet sein. Tiefengravuren auf größeren Flächen dauern entsprechend länger. Eine belastbare Kalkulation setzt immer eine konkrete Zeichnung oder ein Muster voraus.

Warum kostet eine Einzelgravur oft mehr als eine Seriengravur?

Weil bei jeder Bearbeitung ein Rüstaufwand entsteht – unabhängig von der Stückzahl. Das Einrichten, Ausrichten und Parametrieren dauert beim Einzelteil genauso lang wie beim ersten Stück einer Serie. Bei Serien verteilt sich dieser Aufwand auf alle Teile.

Kann eine Lasergravur schneller durchgeführt werden?

Ja – durch Anpassung der Parameter in Richtung Zeitoptimierung. Das beeinflusst aber die Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität der Gravur. Ob das vertretbar ist, hängt von den Anforderungen ab. Wir stimmen das vor der Bearbeitung mit Ihnen ab.

Beeinflusst die Art der Kennzeichnung die Bearbeitungszeit?

Ja, erheblich. QR-Codes und Datamatrix-Codes sind flächig und erfordern mehr Bearbeitungszeit als einfache Textzeilen. Kleine Schriftgrade brauchen engere Linienabstände und mehr Durchgänge. Logos mit Flächen dauern länger als reine Konturlinien.

Welchen Einfluss hat der Werkstoff auf die Dauer?

Einen erheblichen. Stahl, Edelstahl, Aluminium, Titan und beschichtete Oberflächen reagieren unterschiedlich auf den Laser. Parameter und Durchgangszahl müssen für jeden Werkstoff individuell eingestellt werden. Pauschalangaben wie „X Minuten pro cm²“ sind ohne Kenntnis des Werkstoffs nicht seriös.

Was benötigen Sie für eine Einschätzung?

Bei zeitkritischen Anfragen prüfen wir kurzfristig, was machbar ist. Entscheidend sind Bauteil, Werkstoff, Stückzahl, Geometrie und gewünschte Kennzeichnung. Am besten senden Sie uns Zeichnung, Foto oder Musterangaben direkt mit.

Ihr Projekt – wir schauen es uns konkret an

Sie haben ein Bauteil zu kennzeichnen, ein Typenschild zu gravieren oder eine Serienaufgabe zu kalkulieren? Wir schauen uns Ihr Projekt gerne konkret an – und geben Ihnen eine realistische Einschätzung zu Verfahren, Zeit und Aufwand.

Haben Sie Fragen?

Wir stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung – und freuen uns auf Ihr Projekt.

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